Schuldnerberatung

Existenzsicherung

Pfändungsschutzkonto – Bescheinigung (P-Konto)

Verbraucherinsolvenz

Überschuldung ist eine sehr ernste, für die Familien stark belastende Situation. Häufig realisieren die meisten das Ausmaß der Problematik zu spät bzw. reagieren nicht oder falsch. So führt es nur zu einer größeren und schwieriger zu lösenden Problemlage.

Richtig ist es, zu handeln, die Situation zu analysieren, eine Übersicht der Schulden zu erstellen und die Einnahmen und Ausgaben gegenüber zu stellen. Nur so ist es möglich Wege zu finden und mit den Gläubigern zu verhandeln.

Hier unterstützt die Schuldnerberatung mit proffesioneller Hilfe.

Der Caritasverband für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach e.V. bietet seit dem Jahr 1999 Schuldnerberatung an. Seit 2014 ist die Beratungsstelle als Insolvenzberatungsstelle von der Regierung der Oberpfalz anerkannt.

Nur ein Pfändungsschutzkonto schützt Kontoinhaber vor Pfändung Seit Januar 2012 gelten neue Kontenpfändungsschutzrichtlinien. Die bisherige Übergangsregelung entfällt ersatzlos. Jeder Schuldner sollte sein von Pfändung betroffenes oder bedrohtes Konto in ein sogenanntes P-Konto, ein Pfändungsschutzkonto umwandeln.

P-Konto - was ist das?

Die Umwandlung eines Einzelkontos muss vom Kontoinhaber persönlich beantragt werden. Ein monatlicher Grundfreibetrag/Sockelbetrag von 1.073,88 Euro (Stand 2015) ist geschützt. Dieser Sockelbetrag kann je nach Lebenssituation des Kontoinhabers erhöht werden, z.B. weil aufgrund gesetzlicher Verpflichtung Unterhalt gewährt wird oder für Dritte Sozialleistungen (z.B. in einer Bedarfsgemeinschaft) entgegen genommen werden. Hierzu muss der Kontoinhaber eine Bescheinigung einer geeigneten Stelle (Arbeitgeber, Familienkassen, Sozialleistungsträger, Rechtsanwälte/Steuerberater und anerkannte Schuldenberatungsstellen) vorlegen. Kreditinstitute dürfen für Pfändungsschutzkonten keine höheren Entgelte als bei normalen Girokonten verlangen.

 Die Aufnahme von kurz- oder langfristigen Krediten ist grundsätzlich unproblematisch, wenn

  • genügend finanzieller Spielraum für die Rückzahlung der Kreditraten vorhanden ist und
  • bei der Kreditaufnahme auch evtl. eintretende unvorhersehbare Zusatzausgaben oder ein Rückgang der Einnahmen einkalkuliert werden.

Allerdings können auch bei sorgfältigster Risikoabwägung Arbeitslosigkeit und andere kritische Lebensereignisse oder Schicksalsschläge dazu führen, dass die monatlichen Einnahmen die monatlichen Ausgaben nicht mehr ausgleichen. Ursache kann auch sein, dass Sie Schwierigkeiten haben, maßvoll mit Geld umzugehen. Die Folgen können sein:

  • Mahnungen häufen sich
  • die Hausbank kündigt den Dispokredit und zieht die Kreditkarte ein
  • die Kündigung der Wohnung droht
  • der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür

Typisch für kritische Lebensereignisse ist, dass sie ungewollt, ungeplant und unerwartet eintreten. Am häufigsten werden von Betroffenen der Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung und Scheidung, eigene Krankheit oder Tod von nahen Angehörigen als kritische Lebensereignisse genannt. Diese gehen vielfach einher mit Depressionen, Antriebsverlust, Orientierungslosigkeit und Verlust der Lebensperspektive. Zumeist ist es eine Verstrickung von mehreren Faktoren und individuellen Problemen, die schließlich in die Überschuldung führen.

Nicht übersehen werden darf, dass auch der im Elternhaus erlebte Umgang mit Geld und die soziale und wirtschaftliche Situation der Eltern prägend auf uns wirken. Negative Erfahrungen im Umgang mit Geld im Elternhaus sowie mangelnde Möglichkeiten, schon als KInd den Umgang mit Geld zu erlernen und zu üben, erhöhen die Gefahr, selbst in die Überschuldung zu geraten.

Das Angebot des Handels, auf Darlehensbasis zu kaufen, oder der Banken, das Konto zu überziehen, verführt oftmals dazu, mehr Geld auszugeben, als eingenommen wird. Es ist natürlich schwieriger, die eigenen Lebenshaltungskosten zu erfassen, als Kredite in Anspruch zu nehmen. Auch der bargeldlose Zahlungsverkehr ist eine Schuldenfalle. Da heutzutage das Konsumieren von Waren und Dienstleistungen mit dem Bezahlen meist nicht mehr zeitlich zusammenfällt (Gebührenrechnungen kommen erst einen Monat später, automatische Abbuchungen vom Konto) entsteht die Vorstellung. unbegrenzt über Geldreserven verfügen zu können. In diesen Fällen sind die betroffenen Menschen bei der Lektüre der entsprechenden Abrechnungen (wie bei Handyrechnungen) sehr überrascht und reagieren dann zum Teil mit Verdrängung.

Wenn Ihr monatliches Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, die fixen Lebenshaltungskosten sowie die fälligen Raten und Rechnungen zu bezahlen, dann sind Sie überschuldet.