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Stand: 10.11.2015

Neuer Geschäftsführer

Bilanzen und Menschen

Heimat sozial gestalten und Gesicht zeigen

Bronold/UhlDas alte und das neue Gesicht der Caritas in Weiden: Daniel Bronold (links) übernimmt von Bernhard Uhl (rechts) die Geschäftsführung des Kreis-Caritasverbands.Caritas Weiden

Passen Betriebswirtschaft und soziale Arbeit zusammen? Sind Bilanzen mit den Bedürfnissen von Menschen vereinbar? Ja, sagt Daniel Bronold. Der Diplom-Sozialwirt vereint selbst beides: Als Finanzcontroller hat er die Wirtschaftlichkeit im Blick, als Sozialexperte setzt er sich für menschliches Miteinander ein. Künftig wird er mit diesen Expertisen das gesellschaftspolitische Leben und Handeln in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab mitgestalten. Daniel Bronold, 36 Jahre alt, verheiratet, zwei Töchter, wird ab 1. Oktober neuer Geschäftsführer der Caritas in Weiden. Sein Vorgänger Bernhard Uhl, 65 Jahre alt, geht in den verdienten Ruhestand.

Schülerinnen WiesauDie Schülerinnen der Hotel- und Tourismusschule Wiesau übernahmen den Service bei der offiziellen Feier zur Amtsübergabe.Caritas Weiden/Rebecca Müller

27 Jahre lang hat Uhl den Kreis-Caritasverband Weiden erfolgreich geführt – auch durch gesellschaftliche oder sozialpolitische Umwälzungen, von denen die Arbeit der Caritas betroffen war. In seine Amtszeit fielen beispielsweise die umstrittene Arbeitsmarktreform nach der Jahrtausendwende sowie die Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 1990er-Jahre. "Das System der Alten- und Krankenpflege wurde damit neu geordnet", sagt Uhl. "Das war sicher die größte Herausforderung. Und sie ist es bis heute." Auch Migration und Flucht waren bereits wichtige Themen: Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion oder Menschen auf der Flucht vor dem Balkankrieg fanden eine neue Heimat in der Oberpfalz. Als Geschäftsführer hat Bernhard Uhl die Caritas Weiden zudem mit Ämtern, Behörden und anderen Einrichtungen der Wohlfahrtspflege vernetzt. Er hat die Arbeit von rund 120 Mitarbeitern verantwortet und "seine" Caritas zukunftssicher gemacht. Er war Vermittler, Moderator, Gestalter für die Belange der Nächstenliebe. Damit Gesellschaft funktioniert, sagt Uhl, braucht es von allen Teilnehmern eine gewisse Bescheidenheit. "Man darf nicht nur an sich denken." Das hat er fast drei Jahrzehnte in seiner Arbeit für die Caritas beherzigt. Nun übergibt er an seinen Nachfolger.

Daniel Bronold, geboren in Nabburg, aufgewachsen in Oberviechtach, machte nach der Realschule eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach leistete er seinen Zivildienst, und zwar bei der "Individuellen Schwerstbehinderten Betreuung" (ISB) der Diakonie Regensburg. "Da machte ich die wohl prägendsten Erfahrungen für mein weiteres berufliches Leben", sagt Bronold. Die soziale Arbeit zog den jungen Kaufmann in seinen Bann, er wollte sein betriebswirtschaftliches Wissen mit sozialem Engagement verbinden. Bald studierte er an der Fachhochschule in Kempten Sozialwirtschaft. Während seines Studiums absolvierte er weitere Praktika im sozialen Bereich.

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Bronold bereits bei der Caritas. Er begann seine Karriere als Werkstudent bei der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH. Für seine Diplomarbeit "Risikocontrolling in der stationären Altenhilfe" wurde er mit dem IHK Hochschulpreis der Schwäbischen Wirtschaft ausgezeichnet. Vom Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Peter Neher, höchstpersönlich bekam er den Preis überreicht. Bronold arbeitete dann einige Jahre im Controlling bei der Caritas Augsburg. Doch die Liebe sollte ihn bald zurück in die Oberpfalz bringen.

Im Jahr 2014 heiratete der Sozialwirt eine Weidener Kinderärztin, zwei Jahre später bekamen die beiden ihr erstes Kind. Für Bronold war klar, dass er eine Arbeit brauchte, die näher an seinem Zuhause in Tännesberg bei Weiden lag. Bald übernahm er beim Diözesan-Caritasverband Regensburg die Referatsleitung für den Bereich Ambulante Pflege und Sozialstationen. Dort war er zwei Jahre tätig.

Zum ersten Oktober übernimmt Daniel Bronold nun die Geschäftsführung des Kreis-Caritasverbandes Weiden. "Es ist schön, endlich ganz in der Heimat zu sein", sagt er, mittlerweile Vater von zwei Töchtern. Wie sein Vorgänger will er als Geschäftsführer vermitteln, steuern, vernetzen, moderieren, kurzum: gestalten. "Wir ziehen alle an einem Strang", sagt Bronold. Er spricht von den verschiedenen Diensten der Caritas, von den Pfarreien, von anderen Wohlfahrtsverbänden, von Behörden und Ämtern. Dem Sozialwirt geht es um das gemeinsame Ziel der Menschlichkeit in einer von Wirtschaftlichkeit geprägten Zeit.

Zusatzinfo: Der Kreis-Caritasverband Weiden

Unter dem Dach der Caritas in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt an der Waldnaab gibt es 91 katholische, sozial-karitativ tätige Einrichtungen und Dienste. Der Kreis-Caritasverband Weiden-Neustadt wurde im Jahr 1963 gegründet und zählt zu den ältesten Kreisverbänden im Bistum. Anfangs bot er Erholungsmaßnahmen für Kinder und Senioren an, baute sein Angebot aber bald schrittweise aus. Die Erziehungsberatungsstelle ist heute in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge. Die Schwangerschaftsberatung, die Fachambulanz für Suchtprobleme, die Beratungsstelle für seelische Gesundheit und die Fachakademie für Sozialpädagogik sind in Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes Regensburg. Seit 1991 ist der Kreis-Caritasverband Weiden Träger der Sozialpädagogischen Familienhilfe, eine Einrichtung der ambulanten Jugendhilfe. Sie begleitet Familien über einen längeren Zeitraum. Zudem gibt es bei der Caritas Weiden die Allgemeine Sozialberatung sowie die Asyl- und Migrationsberatung. Ein Schwerpunkt des Kreis-Caritasverbandes ist seit 1979 die Ambulante Pflege. In Weiden, Grafenwöhr, Floß/Flossenbürg und Vohenstrauß wurden Caritas-Sozialstationen gegründet. Im Jahr 2017 wurden Tagespflegen in Grafenwöhr und Pleystein eröffnet. Gut 50 Mitarbeitende gehören insgesamt zum Weidener Kreisverband.