30 Jahre Suchtprävention im Nachtleben, auf Party und Festivals - was als Initiative von jungen Partygängern begann, hat sich zu dem beispielgebenden Drogenpräventionsprojekt Mindzone entwickelt. Bei einer Feier im Orangehouse im, blickten Münchner Feierwerk langjährige Wegbegleitungen, ehrenamtlich Engagierte und Gäste auf drei Jahrzehnte Suchtprävention im Nachtleben zurück und richteten gleichzeitig den Blick auf die Zukunft.
Seit der Gründung im Jahr 1996 sind die Mitarbeitenden von Mindzone dort unterwegs, wo junge Menschen feiern: in Clubs, auf Festivals und auf Konzerten. Die Mitarbeitenden und ehrenamtlichen Peers kommen mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch, beantworten Fragen zu psychoaktiven Substanzen und informieren über Substanzrisiken und Safer-Use. Der größte Erfolgsfaktor von Mindzone ist, dass die Mitarbeitenden und Engagierten Menschen offen und ohne moralische Bewertung begegnen, ihre Erfahrungen ernst nimmt und sie dabei unterstützt, Risiken besser einzuschätzen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
In ihrem Grußwort dankte die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach den ehrenamtlichen und betonte den Wert des aufsuchenden Angebots: "Sie machen Prävention dort, wo junge Menschen sind und mit Drogen in Kontakt kommen. Dafür danke ich Ihnen." In seinem Fachvortag stellte Dr. Heiko Bergmann von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht die Schwierigkeiten in der Prävention da: "Es ist ein Puzzle im Dunkeln und wir haben es mit einem sehr schwer durchschaubaren Feld zu tun." Gerade deshalb forderte er sogenannte Drug-Checking Angebote, die Pillen und andere Substanzen auf ihren Wirkstoffgehalt untersuchen.
Bei der Veranstaltung wurde aber auch deutlich, dass sich in 30 Jahren sich vieles verändert hat - in der Partyszene, auf dem Substanzmarkt und damit auch in der Suchprävention. Zu den klassischen Infoständen sind digitale Informations- und Beratungsangebote hinzugekommen. Heute erreicht das Projekt Menschen auch über Social Media, die Mindzone-App, den Podcast "sauberdrauf!" und den eigenen YouTube-Kanal. Dreh- Angelpunkt des Projektes ist aber das Engagement junger Menschen. In Bayern sind rund 85 junge Erwachsene aktiv, davon rund 40 am Standort München. Sie bringen ihre Perspektiven, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in die Präventionsarbeit ein und schaffen einen niedrigschwelligen Zugang zu den Themen Konsum, Risiken und Safer-Use.
Wie vielfältig die Präventionsarbeit inzwischen aufgestellt ist, zeigen aktuelle Zahlen: Im Jahr 2025 führte Mindzone im Großraum München 30 Präventionseinsätze durch und erreichte dabei rund 10.000 Gesprächskontakte an den Infoständen. Die Mindzone-Homepage wird täglich zwischen 1.000 und 2.000-mal aufgerufen; die Mindzone-App verzeichnet jährlich etwa 5.800 Downloads.
Mindzone wurde 1996 als Initiative junger Partygänger in Trägerschaft des Landes-Caritasverband Bayern ins Leben gerufen. Von Anfang an wurde das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitgefördert.