Caritasdirektor Michael Weißmann (li.) übergibt den symbolischen Scheck an Vasyl und Svitlana Kolodchyn. Foto: Och
Regensburg/Odessa. "Sind alle am Leben?" - mit dieser Frage beginnt für Caritasdirektor Vasyl Kolodchyn inzwischen jeder Tag in seiner Heimatstadt Odessa, die wie weite Teile der Ukraine seit vier Jahren Kriegsgebiet ist. Sie gilt nicht nur seiner Familie, sondern auch den rund 100 Mitarbeitenden der Caritas, die unter extremen Bedingungen humanitäre Hilfe leisten.
Vasyl Kolodchyn, Direktor der Caritas Odessa, berichtet eindrücklich vom Kriegsalltag in der Ukraine.Foto: Och
Der zu Ende gehende Winter sei eine der härtesten Prüfungen seit Kriegsbeginn, berichtet Kolodchyn. Die Zerstörungen von Infrastruktur und der Energiesysteme bedeuten größte Belastungen und brachten Tausende in Lebensgefahr. Ganze Stadtteile waren wochenlang ohne Strom, Wasser und Heizung "Haben wir heute Strom?", sei folglich die zweite Frage, die den restlichen Tagesablauf der Hilfsprojekte bestimmt.
Davon gibt es viele. Binnenflüchtlinge und alte Menschen finden bei der Caritas Odessa Schutz und erste Anlaufstellen. In renovierten Schutzkellern kann Unterricht für Kinder stattfinden, von denen zu viele, wie Kolodchyn sagt, eine Schule noch nie von innen gesehen haben: "Erst kam Corona, dann kam der Krieg. Für eine ganze Generation ist Schule ein abstrakter Begriff.
"In diesen dunkelsten Zeiten wurden unsere Hilfszentren zu echten Anlaufstellen der Widerstandskraft für die Gemeinschaft", sagt Kolodchyn. "Wir haben unsere Arbeit keinen einzigen Tag unterbrochen und damit einen kontinuierlichen Zugang zu sozialen und psychologischen Dienstleistungen für die Bewohner der Stadt und der Region gewährleistet."
Seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine unterstützt der Caritasverband Regensburg die Caritas in Regensburgs Partnerstadt Odessa. Ende 2025 startete Caritas Regensburg das Projekt Winterhilfe Odessa. 5.000 Euro konnte der Verband bereits überweisen. Jetzt folgte eine weitere Spende in Höhe von 10.000 Euro.
Caritasdirektor Michael Weißmann betonte: "Die enge Verbindung nach Odessa besteht nicht erst seit Kriegsbeginn, sie trägt uns und bleibt auch in Zukunft bestehen." Zugleich dankte er allen Spenderinnen und Spendern, die diese Hilfe möglich gemacht haben: Ihr Engagement sei ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Odessa und eine wichtige Unterstützung für die Arbeit vor Ort.
Caritasdirektor Michael Weißmann betonte: „Die enge Verbindung nach Odessa besteht nicht erst seit Kriegsbeginn, sie trägt uns und bleibt auch in Zukunft bestehen.“Foto: Och