Das Caritas-Team Migrationsberatung und Kinderbetreuung im Anker Regensburg mit Referatsleiterin Nika Krausnick (li.).Foto: Och
Berlin/Regensburg. Die AVB ist seit 2023 gesetzlich verankert und hat sich in kurzer Zeit als zentrales Element der bestehenden Asylverfahren etabliert. Bereits im Jahr 2024 wurden bundesweit rund 71.000 Schutzsuchende an über 220 von Wohlfahrts- und Sozialverbänden eingerichteten Standorten beraten. Einzige Beratungsstelle in der Oberpfalz ist die Caritas-Beratungsstelle im Ankerzentrum Regensburg.
Bewährtes Instrument mit klarer Wirkung
Eine von der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) vorgelegte praxisbasierte Expertise belegt eine hohe Wirksamkeit der AVB im Alltag: Die unabhängige Beratung verbessere die Qualität von Asylverfahren, beschleunige Entscheidungen und entlastet Behörden und Gerichte. Schutzsuchende würden in die Lage versetzt, ihre Fluchtgründe strukturiert darzulegen und ihre Mitwirkungspflichten besser zu erfüllen. Dadurch, so die Expertise, werden Fehlentscheidungen reduziert und langwierige Gerichtsverfahren vermieden.
"Gerade weil Asylverfahren komplex und für die Betroffenen oft schwer verständlich sind, braucht es eine unabhängige Instanz, die Orientierung gibt und Vertrauen schafft. Das System hat sich bewährt", so Regensburgs Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann.
Unabhängigkeit ist entscheidend
Die Caritas betont, dass die Unabhängigkeit der Beratung ein entscheidender Faktor ist. Nur unabhängige Stellen können realistisch über Erfolgsaussichten informieren, Vertrauen herstellen und sensible Sachverhalte offen zur Sprache bringen. Die geplante Verlagerung auf eine ausschließlich behördliche Rechtsauskunft reicht aus Sicht der Caritas nicht aus. Diese könne eine individuelle, vertrauliche und unabhängige Beratung strukturell nicht ersetzen.
"Wenn wir ein geordnetes, effizientes und rechtsstaatliches Asylsystem wollen, dürfen wir gerade die Instrumente nicht abschaffen, die genau das gewährleisten", so Michael Weißmann abschließend. "Wir wollen in Regensburg auf jeden Fall an diesem Angebot festhalten," betont der Caritasdirektor.
Ohne Fördermittel sei dies aber nicht möglich. Deutschlandweit wären 37 AVB-Stellen der Caritas betroffen, 13 davon in Bayern. Einzige Beratungsstelle in der Oberpfalz ist die Caritas-Beratungsstelle im Ankerzentrum Regensburg, in Niederbayern gibt es keine AVB-Stelle.