Amberg. Ende September fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Caritasverbandes für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach e.V. statt. Rund vierzig geladene Mitglieder erschienen dazu im Caritas-Marienheim in Amberg. Erstmalig fand die Versammlung unter der Leitung des neuen Vorstandsvorsitzenden Michael Trummer statt, der seit Januar 2023 die Geschicke des Kreis-Caritasverbandes leitet.
Caritas-Mitgliederversammlung 2023 - Geistlicher Beirat Pfarrer Josef Irlbacher und Vorstandsvorsitzender Michael Trummer (Caritasverband Amberg-Sulzbach)Foto: Franziska Lehmann
Gleich zu Beginn der Versammlung wartete der Verband mit einer weiteren Neuerung auf: Nachdem Herr Monsignore Ludwig Gradl zum 01.09.2023 in den Ruhestand eingetreten war, war die Position des Geistlichen Beirats vakant. Glücklicherweise konnte diese Stelle bei der Mitgliederversammlung wieder neu besetzt werden. Es ist ein erfreulicher Umstand, dass sein direkter Nachfolger in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit, Herr Pfarrer Josef Irlbacher, bereit ist, diese Tätigkeit zu übernehmen. Unter großem Applaus brachten die anwesenden Mitglieder ihre Zustimmung zur personellen Neubesetzung durch Pfarrer Irlbacher zum Ausdruck. Dessen erste Amtshandlung ließ nicht lange auf sich warten: Pfarrer Irlbacher stimmte mit einem Geistlichen Impuls auf die Mitgliederversammlung ein.
Trummer verwies auf ein breites Tätigkeitsfeld in den vielfältigen Aufgaben des Kreis-Caritasverbandes, von diversen Beratungstätigkeiten, über ambulante, teilstationäre und stationäre Altenhilfe, bis hin zur Trägerschaft von Kindertageseinrichtungen. Mit einem Beratungszentrum, zwei Altenheimen, fünf Kindertagesstätten und der übernommenen Geschäftsführung für vier Sozialstationen und zwei Tagespflegestationen berät, pflegt und betreut die Caritas in Stadt und Landkreis zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und ist Arbeitgeber für rund 500 Mitarbeitende. Trotz der Vielseitigkeit und soliden Personal- und Finanzstruktur des Verbandes weißt die Jahresrechnung 2022 ein bilanzielles Minus aus. Dies ist insbesondere auf das Auslaufen von Corona-Hilfen sowie ein extrem reduziertes Finanzierungsverfahren zurückzuführen. Der mittlerweile deutliche Arbeitskraftmangel in der Branche wirkt sich zusätzlich negativ auf die Finanzen des Kreis-Caritasverbandes aus. Denn aufgrund der Personalknappheit müssen teilweise Betten in Pflegeheimen leer bleiben, was dazu führt, dass nicht alle anfallenden Kosten wie beispielsweise in Küche, Hauswirtschaft oder Instandhaltung erwirtschaftet werden können. In einer regen Diskussion wurde nochmals deutlich gemacht, dass dringend politische Veränderungen auf den Weg gebracht werden müssen, um die sozialen Anforderungen, insbesondere die Aufgaben in der Kindertagesbetreuung und in der Altenhilfe gut in die Zukunft führen zu können.
von links: Michael Trummer (Vorsitzender Caritasverband), Dr. Wolfram Strack (Vorsitzender Caritasrat), Wolfgang Rattai (stellv. Vorstand), Diakon Richard Sellmeyer (Vorstandsmitglied) und Geistlicher Beirat Pfarrer Josef Irlbacher bei der Caritas-Mitgliederversammlung 2023Foto: Franziska Lehmann
"Das gute Lohnniveau unseres Tarifvertrages wiegt die Belastungsanforderungen unserer Mitarbeitenden nicht auf. Es bedarf struktureller Veränderungen zum Wohle aller in der Branche beschäftigten Mitarbeitenden und eine risikogerechte Finanzierungsstruktur für die Träger dieser Dienste", so Trummer.
Mit einem Ausblick auf zukünftige Schwerpunkte wurde daher besonders die politische Arbeit sowie das Binden und Gewinnen von Mitarbeitenden in den Mittelpunkt gestellt. Die Caritas Amberg-Sulzbach beschäftigt derzeit rund 500 Mitarbeitende in den verschiedensten sozialen und pflegerischen Bereichen.